On-Prem oder Cloud – Die richtige IT-Infrastruktur

In einer Zeit, in der digitale Transformation zur strategischen Pflicht geworden ist, stehen viele Unternehmen vor der zentralen Frage, wie ihre zukünftige IT-Infrastruktur aussehen soll. Sie tragen die Verantwortung, nicht nur operative Effizienz sicherzustellen, sondern auch langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Die Entscheidung zwischen einer klassischen On-Prem-Lösung und modernen Cloud-Services ist dabei weit mehr als eine technische Wahl – sie beeinflusst Flexibilität, Sicherheit, Kostenstruktur und Innovationsfähigkeit Ihres Unternehmens. Dieser Beitrag bietet Ihnen eine klare Orientierung und zeigt auf, welche Faktoren bei dieser strategischen Weichenstellung entscheidend sind.

Server

On-Prem Server werden direkt in Ihrem Unternehmen betrieben. Dadurch haben Sie die volle Kontrolle über Hardware, Software und Sicherheit. Alle Systeme können individuell angepasst und erweitert werden. Bitte beachten Sie, dass diese Freiheit auch eine gewisse Verantwortung mit sich bringt. So sind Wartung, Updates und eventuelle Reparaturen in Ihrem Verantwortungsbereich. Die Beschaffung, Lieferung und Installation von neuer Hardware erfordert Zeit und Ressourcen.

Cloud-Server hingegen bieten maximale Flexibilität. Die Infrastruktur liegt in modernen Rechenzentren externer Anbieter wie Microsoft Azure. Dort werden die Bereiche Hardware, Wartung und Sicherheit professionell betreut, sodass Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Wählen Sie einfach die Leistungen und Funktionen, die Ihr Unternehmen benötigt. Alle weiteren Prozesse werden automatisch ausgeführt. Dadurch bleiben Sie flexibel, sparen Investitionskosten und profitieren von hoher Verfügbarkeit und Skalierbarkeit.

Daten

Bei einer On-Prem Umgebung werden die Daten direkt in Ihrem Unternehmen auf firmeneigenen Servern gespeichert (physischer Fileserver). Dies bietet maximale Kontrolle: Sie bestimmen, wo die Daten gespeichert werden, wer Zugriff hat und wie Sicherheitsrichtlinien umgesetzt werden. Insbesondere für Unternehmen, die mit sensiblen oder vertraulichen Informationen arbeiten, kann dies von entscheidender Bedeutung sein. Im Rahmen dieser Eigenverantwortung sind Sie für die Organisation von Datensicherung, Backups und Datenschutzmassnahmen sowie deren regelmässigen Überprüfung verantwortlich.

Im Gegensatz dazu werden Ihre Daten in der Cloud auf Servern eines externen Anbieters gespeichert, beispielsweise bei Microsoft Azure (Virtueller Fileserver) oder OneDrive. Diese Anbieter investieren erhebliche Ressourcen in die Gewährleistung von Sicherheit, Redundanz und Datenschutz. Die Übertragung von Daten erfolgt verschlüsselt und wird mehrfach gesichert, häufig über verschiedene Standorte hinweg. Dadurch kann Ihr Unternehmen von hoher Verfügbarkeit, automatischen Backups und einem zuverlässigen Notfallschutz profitieren. Zu den Nachteilen zählt, dass die physische Kontrolle über die Daten nicht mehr bei Ihrem Unternehmen selbst liegt. Dies macht Vertrauen in den Anbieter und klare Datenschutzvereinbarungen zu entscheidenden Faktoren.

Sicherheit

Bei On-Prem-Lösungen werden alle Daten und Systeme in Ihrem Unternehmen betrieben und gespeichert, was bedeutet, dass sie innerhalb Ihrer eigenen Unternehmensgrenzen verarbeitet werden. Dadurch haben Sie die volle Kontrolle über den Schutz der Informationen, was bedeutet, dass Sie die Informationen vor unerlaubtem Zugriff und Weitergabe schützen können. Gleichzeitig tragen Sie aber auch die gesamte Verantwortung für Wartung, Updates, Zugriffsrechte und Datensicherung, was bedeutet, dass Sie für all das zuständig sind und diese Aufgaben eigenhändig ausführen müssen. Wenn diese Aufgaben vernachlässigt werden, kann das zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko führen.

In der Cloud werden Daten, Programme und Systeme bei einem externen Anbieter gespeichert, der diese für Sie aufbewahrt. In der Regel ist er für hohe Sicherheitsstandards, regelmässige Updates und Backups zuständig. Moderne Verschlüsselungstechniken werden von vielen grossen Cloud-Anbietern genutzt. Ausserdem überwachen sie Ihre Systeme durchgehend, wodurch Angriffe frühzeitig erkannt und abgewehrt werden können.

Kurz gesagt: Die Cloud bietet in der Regel professionelle und aktuelle Sicherheitsmassnahmen. On-Prem bedeutet dagegen mehr Wartung, Updates und Kontrolle über die Daten.

Vor- und Nachteile

On-Prem

Einer der Vorteile einer lokalen Infrastruktur ist, dass Ihr Unternehmen die volle Kontrolle über das System besitzt. Sie können entscheiden, wie diese Komponenten laufen und wer auf sie zugreifen kann. Ihr Unternehmen hat Ausgaben für Server, Storage, Netzwerk und Sicherheit, die in der Regel im vorausbezahlt werden. Dadurch sind die wiederkehrenden monatlichen Kosten im Anschluss kleiner. Sobald Sie die Hardware gekauft haben, sind die einzigen laufenden Kosten Strom und Wartung.

Mit einer lokalen Infrastruktur können Sie besser kontrollieren, wie, wann und warum jemand auf den Server, Daten oder das Netzwerk zugreifen kann. Dies ist für Unternehmen entscheidend, die spezifische Anforderungen an den Datenschutz haben, beispielsweise im Gesundheitswesen. Die Latenzzeit ist auch ein grosser Vorteil der lokalen Infrastruktur. Da es keine externen Abhängigkeiten gibt und die Verbindung einen kleineren Weg bis zum Computer machen muss, ist das Öffnen einer Datei oder eines Programms schneller. Bei einem Stromausfall kann Ihr Mitarbeiter den Server manuell neu starten, ohne dass die IT kontaktiert werden muss. Heutzutage ist das Internet für fast jedes Unternehmen unverzichtbar. Die Benutzer benötigen keine Internetverbindung, um auf den Server zugreifen zu können. So entstehen keine Unterbrechungen bei der Bearbeitung von Daten oder Verwendung von Anwendungen.

Ein Nachteil an einer lokalen Infrastruktur ist, dass sie nur so zuverlässig ist wie die Wartung davon. Sie sind verantwortlich dafür, dass alles in Ordnung ist.

Die Skalierbarkeit ist ein weiterer Nachteil, da es eine feste Anzahl an Kapazität gibt. Wenn Sie grössere Kapazitäten benötigen oder die Anforderungen sich ändern, müssen Sie neue Server oder Komponenten kaufen. Bis die Lieferung der Komponenten erfolgt und die Einrichtung abgeschlossen ist, kann es zu einer längeren Wartezeit kommen. Diese Methode ist nicht die Kosteneffizienteste, da falls die Anforderungen wieder sinken und ein neuer Server gekauft wurde, die zusätzliche Kapazität möglicherweise nicht ausreichend ausgenutzt wird.

Cloud

Die Cloud bietet zahlreiche Vorteile. Ein Vorteil ist der globale Zugang und die Zusammenarbeit: Ihre Benutzer können von überall auf Ihre Daten zugreifen und die Cloud-Services sind überall mit einer bestehenden Internetverbindung zugänglich. In Bezug auf die Zusammenarbeit können Mitarbeitende, die an verschiedenen Standorten arbeiten, ein Dokument gemeinsam in Echtzeit bearbeiten.

Ein weiterer Vorteil ist die Kosteneffizienz, die durch eine Cloud-Umgebung mit einem Pay-as-you-go-Modell erreicht wird. Mit diesem Modell bezahlen Sie nur, was Sie auch nutzen. Die einfache Skalierung und Anpassungsfähigkeit einer Cloud-Umgebung ist einer der grössten Vorteile. So können die Anforderungen jederzeit erfüllt werden.

Fazit

Wenn Sie über die passende IT-Infrastruktur entscheiden, sollten Sie in erster Linie Ihre geschäftlichen Anforderungen, Sicherheitsbedürfnisse und strategischen Ziele berücksichtigen. Eine On-Prem-Lösung bietet Ihnen maximale Kontrolle über Daten und Systeme, bringt jedoch höhere Eigenverantwortung, grössere Anfangsinvestitionen und eingeschränkte Skalierbarkeit mit sich. Die Cloud ermöglicht Ihnen hingegen eine flexible, effizient skalierbare und wartungsarme Umgebung, verlangt aber Vertrauen in den Anbieter sowie klar geregelte Datenschutzvereinbarungen. Für viele Unternehmen überwiegen heute die Vorteile der Cloud – dennoch bleibt On-Prem dort eine sinnvolle Option, wo besondere regulatorische Vorgaben oder spezifische Sicherheitsanforderungen gelten.

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